Allgemeines zur Sprechstunde der Ambulanz
Hier finden Sie alle Informationen rund um unser derzeitiges Behandlungsspektrum (z.B. Welche neurologischen bzw. psychiatrischen Erkrankungen des Alters behandelt werden), sowie zu Ihrem Termin (z.B. Was müssen Sie zum Termin mitbringen? Wie lange dauert ein Termin?).
Gedächtnissprechstunde
Zentrales Anliegen unserer Gedächtnissprechstunde sind die Früherkennung und Therapie von Erkrankungen, die zu einer Demenz führen. Am häufigsten sind das die Alzheimer-Krankheit und Demenzen, die durch Gefäßschäden verursacht werden (wie z.B. "Vaskuläre-Demenzen").
Basierend auf langjähriger Erfahrung und unter Berücksichtigung der "S3-Living-Guideline-Demenz" (an deren (Weiter-)Entwicklung unsere Ambulanz maßgeblich beteiligt ist), haben wir einen diagnostischen Standard etabliert, der es ermöglicht neurodegenerative Erkrankungen bereits im Frühstadium zu erkennen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Dieser beinhaltet u.a. Fragebögen, eine umfassende neuropsychologische Untersuchung, ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und dessen Begleitperson als auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns. Daneben auch die Sichtung vorausgehender Befunde und etwaig bereits vorhandender Bildgebung.
Falls nötig werden diese Befunde um weiterführende Diagnostik ergänzt, insbesondere:
- Lumbalpunktion mit Bestimmung der Neurodegenerationsparameter
- Darstellung des Zuckerstoffwechsels des Gehirns im FDG-PET
- Bestimmung der Amyloid-Last in der Hirnrinde im Amyloid-PET
- Gezielte neuropsychologische Testuntersuchungen
Bezüglich selten auftretender Störungen der höheren Hirnleistungen beachten Sie bitte die Ausführungen im Bereich "Kognitive Neuropsychiatrie".
Kognitive Neuropsychiatrie
In unserer Ambulanz widmen wir uns auch seltener Störungen höherer Hirnleistungsfunktionen wie z.B.:
- "Sprachdemenzen" wie der Primär Progredienten Aphasien (PPA)
- Varianten der Alzheimerkrankheit, wie die sogenannte Posteriore Corticale Atrophie (PCA) ("Wahrnehmungsdemenz")
- Demenzen, mit im Vordergrund stehenden Verhaltensauffälligkeiten: Frontotemporale Demenz (FTD)
- Kognitive Störungen, die mit Bewegungsstörungen und Motoneuronenerkrankungen vergesellschaftet sind wie beispielsweise: Progressive Spranukleäre Blickparese (PSP), Corticobasale Degeneration (CBD), Multisystemathrophie (MSA)
- Erbliche Formen neurodegenerativer Erkrankungen ("Erbdemenzen")
- Prionenkrankheiten, wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK)
Gemeinsames Charakteristikum dieser Erkrankungen ist, dass sie wesentlich früher beginnen, als die klassischen Demenzen.
Diagnostik
An unserem interdisziplinären Zentrum arbeiten Psychiater, Neurologen, Neuroradiologen, Nuklearmediziner und Genetiker eng zusammen, um Ihnen die bestmöglichste Versorgung auf dem neuesten Stand der Forschung anbieten zu können. Als eine Einrichtung der TUM können wir bei der Diagnostik und Differenzialdiagnostik auf modernste Technik (z.B. AMY-PET) zurückgreifen, wie sie an nur wenigen Standorten in Deutschland verfügbar sind.
Zur Standarddiagnostik in unserer Ambulanz zählen:
- Labordiagnostik
- Neuropsychologische Diagnostik
- Kernspintomographie (MRT)
- Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
Maßgeschneiderte medikamentöse Behandlung
Wir versuchen die Wirksamkeit der gegenwärtigen Antidementiva (wie z.B. Donepezil), durch einen frühen Behandlungsbeginn und konsequente Weiterführung der Therapie, voll auszuschöpfen. Gleichzeitig ermöglichen wir durch die Teilnahme an klinischen Arzneimittelprüfungen (siehe Studien) die Verbesserung der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten.
Multimodales und multiprofessionelles Behandlungskonzept
Patientenorientiertes, multiprofessionelles Team-Working steht für uns an erster Stelle. Ärzte, (Neuro-, Geronto-) Psychologen erarbeiten mit jedem Patienten ein indviduelles Behandlungskonzept.
Spezielle Untersuchungen
werden zur Früherkennung demenzieller Erkrankungen und zur Differenzialdiagnostik (z.B. Angst, Depression) eingesetzt. Ganz besondere Expertise besitzt unsere Ambulanz bei der Doagnostik von Frontotemporalen Demenzen (FTD), der früh beginnenden Demenzen und erblicher Demenzen (hier bieten wir auch eine therapeutische Gruppe für Angehörige an).
Angehörigengruppe Frontotemporale Demenz
Die Angehörigengruppe bezüglich der Erkrankung Frontotemporale Demenzen (FTLD) trifft sich jeweils am ersten Dienstag des jeweiligen Monats von 16.00h-17.30h.
Für Fragen jeglicher Art hierzu können Sie sich gerne an unsere Kollegin Frau Dr. Ricarda Böhle wenden.
Terminmanagement
Termine für eine erste Vorstellung in unserer Ambulanz erfolgen telefonisch über unser Sekretariat.
Sprechzeiten (Termine): Mo. bis Fr. 08.00h-14.00h, Tel.: +49 89 4140-4275
Gerne dürfen Sie einen Termin vereinbaren für:
- eine erste Vorstellung
- eine Wiedervorstellung
Bitte bringen Sie folgendes zu Ihrem Termin mit:
- Eine Überweisung von einem niedergelassenen Facharzt (Neurologe oder Psychiater)
- Eine gültige Versichertenkarte
- Übersicht bezüglich der aktuellen Medikation (kann über den HA bezogen werden)
- Ggf. Vorbefunde (z.B. Arztbriefe, Laborbefunde)
- MRT-Befund des Gehirns (Bitte nicht nur den Befund mitbringen, sondern auch den digitalen Code - sofern vorhanden)
- Ggf. Hörgeräte bzw. Sehhilfe (die neuropsychologische Untersuchung erschwert sich durch ein Fehlen)
- Idealerweise werden Sie von einer Person begleitet, die Sie sehr gut kennt (z.B. Ehefrau, Tochter, Sohn, langjähriger Bekannter) - dies hilft uns die Alltagsbeschwerden genauer zu eruieren
Bitte planen Sie genug Zeit für einen Termin in unserer Ambulanz ein. Eine Erstvorstellung dauert durchschnittlich ca. 2-3 Std.
Körperliche Beeinträchtigung:
Die Ambulanz befindet sich im 3. Stock des Sparkassengebäude am Max-Weber-Platz. Über einen Fahrstuhl erhalten Sie Zugang zu unseren Räumlichkeiten.
Deutsch ist nicht Ihre Muttersprache?
Wir möchten darauf hinweisen, dass ausführliche neuropsychologische Untersuchungen nur bei Patienten mit guten Deutschkenntnissen möglich sind. Auch mit Unterstützung eines Dolmetschers (dieser wird nicht von der Kasse übernommen) können bei fremdsprachigen Patienten lediglich kurze, orientierende Testungen durchgeführt werden, deren Aussagekraft limitiert ist. Labordiagnostik, wie z.B. eine Lumbalpunktion sowie eine spezielle Bildgebung (wie oben genannt) sind bei entsprechender Indikation natürlich trotzdem möglich. Ohne eine ausführliche neuropsychologische Testung sind diese Untersuchungen jedoch nur ebenfalls bedingt aussagekräftig.
Gerne nimmt unsere Patientenkoordinatorin Frau Ulrike Göhringer Ihre Anfrage entgegen.
Telefonisch erreichen Sie uns Montag bis Freitag (von 08.00 bis 14.00h) wie folgt:
- +49 89 4140 4275
Fax-Anfragen erfolgen über folgende Nr.:
- +49 89 4140 4923
Sie möchten ein Anliegen/Termin per E-Mail anfragen: